Von Nicole Bliedung. Für alle, die bereit sind, ehrlich hinzuschauen.
Dieser Text wird dich ärgern. Gut so.
Seit zwei Jahren coache ich Unternehmer, die sich von der KI-Welle überrollt fühlen. Und in fast jedem Erstgespräch höre ich dieselben Sätze. Sätze, die sich vernünftig anhören. Die sich anfühlen wie Strategie. Aber die in Wahrheit Lügen sind — Lügen, die wir uns erzählen, um nicht hinschauen zu müssen.
Ich habe fünf davon gesammelt. Die fünf, die am meisten Schaden anrichten. Nicht weil sie falsch klingen — sondern weil sie so verdammt überzeugend klingen.
Die beliebteste Ausrede des modernen Unternehmers.
Du glaubst, irgendwo da draußen gibt es das eine Tool, das alles löst. Das dein Business automatisiert, deine Kunden begeistert und dich endlich ruhig schlafen lässt. Also suchst du. Testest. Vergleichst. Wechselst.
Die Wahrheit? Das Tool ist nicht das Problem. Du bist das Problem. Oder genauer: deine Unfähigkeit, dich zu entscheiden und bei einer Sache zu bleiben. Jedes neue Tool ist eine bequeme Flucht vor der eigentlichen Frage: Was braucht mein Business wirklich?
Ich habe einen Klienten, der in 6 Monaten 11 KI-Tools getestet hat. Elf. Keines davon länger als 3 Wochen. Nicht weil die Tools schlecht waren — sondern weil er nach 3 Wochen jedes Mal Angst bekam, das falsche gewählt zu haben. Die Suche nach dem perfekten Tool war seine Art, der Angst auszuweichen.
Du brauchst nicht das richtige Tool. Du brauchst die Fähigkeit, eine Entscheidung zu treffen und ihr zu vertrauen. Das ist kein Tech-Skill. Das ist ein Mindset-Skill.
Die LinkedIn-Illusion, die dich klein macht.
Dein Feed ist voll von Leuten, die KI-Erfolge feiern. Der eine hat seinen Content-Output verdreifacht. Die andere automatisiert ihren gesamten Kundenservice. Du scrollst und denkst: Was stimmt mit mir nicht?
Hier ist, was du nicht siehst: Die meisten lügen. Oder sie übertreiben massiv. Oder sie zeigen dir die 2% ihres Tages, die funktionieren, und verschweigen die 98%, die Chaos sind. Social Media ist eine Highlights-Rolle. Du vergleichst dein Behind-the-Scenes mit dem Showreel anderer.
Die wenigen, die tatsächlich Ergebnisse haben? Die haben nicht mehr gewusst als du. Sie haben weniger gezögert. Das ist der einzige Unterschied.
Niemand ist „weiter". Es gibt nur Menschen, die schneller entscheiden — und Menschen, die länger zögern. Du hast kein Wissens-Defizit. Du hast ein Entscheidungs-Defizit.
Die gefährlichste Lüge. Weil sie sich wie Vernunft anfühlt.
Das hier ist die Lüge, die Karrieren beendet. Leise. Unmerklich. Du sagst dir: Erst die Strategie, dann die Sichtbarkeit. Erst das Konzept, dann die Konferenz. Erst die Antwort, dann das Gespräch.
Was wirklich passiert: Du isolierst dich. Du ziehst dich zurück in deinen Tunnel, arbeitest alleine, lehnst Einladungen ab, ignorierst Kontakte. Du nennst es „Fokus". Es ist Angst.
Angst, gesehen zu werden, bevor du „bereit" bist. Angst vor der Frage, die du nicht beantworten kannst. Angst, dass andere merken, dass du es auch nicht weißt.
In 6 Monaten hast du eine perfekte Strategie auf dem Papier. Aber dein Netzwerk ist eingeschlafen. Deine Energie ist verbraucht. Und die Chance, die vor 6 Monaten direkt vor dir lag — eine Konferenz, ein Kontakt, ein Gespräch — ist vorbei. Du hast nicht verloren, weil du das Falsche getan hast. Du hast verloren, weil du gewartet hast.
„Ich wusste seit Wochen, dass Dominik auf der OPC Summit in Shanghai sein würde. Ich wusste, dass ich hinfliegen sollte. Aber ich sagte mir: Erst die Strategie fertig machen. Nicole hat eine einzige Frage gestellt, und plötzlich war klar: Die Strategie war die Ausrede. Nicht der Plan."
— Alexander Boerger, Gründer schlau-energiesparen.de
Alexander ignorierte die Summit monatelang. Nicht weil sie unwichtig war. Sondern weil sein Perfektionismus ihm sagte, er sei „noch nicht so weit". Das Coaching löste nicht sein KI-Problem — es löste die Blockade, die ihn davon abhielt, den naheliegendsten Schritt zu machen.
Er buchte den Flug nach Shanghai, bevor die Coaching-Session zu Ende war.
Du wirst nie „bereit" sein. Bereitschaft ist kein Zustand, den du erreichst. Es ist eine Entscheidung, die du triffst. Zeig dich, bevor du fertig bist. Die Perfektion kommt durchs Tun — nicht davor.
Die Angst-Investition, die dich arm und orientierungslos macht.
FOMO in Reinform. Du hörst „Game-Changer" und greifst zum Portemonnaie. Nicht weil du überzeugt bist — sondern weil du Angst hast, den Zug zu verpassen. Also buchst du den Kurs. Kaufst die Lizenz. Hires den Berater.
Drei Wochen später kommt das nächste „Game-Changer"-Tool. Und du stehst wieder am Anfang.
Panik-Investitionen haben eine Erfolgsquote von nahe null. Nicht weil die Produkte schlecht sind — sondern weil du sie aus dem falschen Grund kaufst. Du kaufst Beruhigung, nicht Fortschritt. Und Beruhigung hält maximal bis zum nächsten LinkedIn-Post.
Die beste Investition, die du gerade machen kannst, kostet kein Geld. Sie kostet Ehrlichkeit. Setz dich hin und frag dich: Kaufe ich das, weil ich es brauche — oder weil ich Angst habe?
Die Normalisierung von Stress, die dich kaputt macht.
Du liegst nachts wach. Du scrollst um 23:00 noch durch KI-News. Du fühlst dich ständig einen Schritt hinterher. Und wenn jemand fragt, wie es dir geht, sagst du: „Ist halt gerade viel. Gehört dazu."
Nein. Gehört es nicht.
Es gehört dazu, gefordert zu sein. Es gehört dazu, Entscheidungen zu treffen. Es gehört nicht dazu, ständig das Gefühl zu haben, nicht zu reichen. Das ist kein Unternehmertum. Das ist ein Angst-Muster, das als Arbeitsmoral getarnt ist.
Und es wird nicht besser, wenn du härter arbeitest. Es wird besser, wenn du verstehst, was die Angst antreibt — und es auflöst.
Stress ist kein Beweis für Engagement. Er ist ein Symptom für fehlende Klarheit. Die erfolgreichsten Unternehmer, die ich kenne, sind nicht die härtesten Arbeiter. Es sind die klarsten Denker.
Es geht nicht um KI.
Es ging nie um KI.
KI ist nur der neueste Auslöser für etwas, das schon lange in dir arbeitet: die Überzeugung, dass du nicht reichen könntest. Dass alle anderen es besser können. Dass du erst „fertig" sein musst, bevor du dich zeigen darfst.
Das ist die Blockade. Nicht das fehlende Tool. Nicht die fehlende Strategie. Nicht das fehlende Wissen. Sondern ein inneres Muster, das dich klein hält — und das sich bei jeder neuen Welle, jedem neuen Trend, jedem neuen Hype meldet.
Die gute Nachricht: Es lässt sich lösen. Nicht mit einem Kurs. Nicht mit einem Tool. Sondern mit der Bereitschaft, ehrlich hinzuschauen. Und mit jemandem, der die richtige Frage stellt.
Bei Alexander war diese Frage: „Was würdest du tun, wenn es die KI-Welle nie gegeben hätte?"
Er wusste die Antwort sofort. Er hatte sie nur nicht hören wollen.
30 Minuten. Kostenfrei. Eine Frage, die alles verändern kann.
Erstgespräch mit Nicole buchen